c1-telc-schriftliche-prüfung-lesen-2


id: c1-telc-schriftliche-prüfung-lesen-2 aliases: [ ] tags: - deutsch - prüfung - telc - schriftliche-prüfung - vorbereitung - lesen - –

# C1: Telc - Schriftliche Prüfung - Lesen - Selektives Verstehen

Zentrale Aussagen eines längeren Texts verstehen

- Total Punkte: 12

- 6 Zuordnungsaufgaben

- Zeit: ca .15 Minuten

- Textlänge: 650–850 Wörter, Lesenzeit: ca 3~4 Minuten

Beschreibung

  • Bei dieser Aufgabe sollen Sie feststellen, auf welchen von fünf Abschnitten des Textes sich sechs verschiedene Aussagen beziehen.
  • Achten Sie besonders auf Formulierungen wie ‚Der Autor kritisiert …‘ oder ‚Die Autorin bedauert …‘, denn die Aufgaben sind so gestaltet, dass Sie neben dem Inhalt auch die Absicht des Autors bzw. der Autorin verstehen müssen.
  • Jede Aussage bezieht sich nur auf einen Textabschnitt.
  • Es gibt Abschnitte, denen Sie mehrere Aussagen zuordnen können.

Lesestil

  • Hier benötigen Sie selektives Lesen, also einen Lesestil, der sich nur auf bestimmte Passagen aus dem Text konzentriert.
  • Versuchen Sie schnell herauszufinden, wo sich die jeweils gesuchten Informationen im Text befinden, und überprüfen Sie nur diese Stellen noch einmal genauer.

Bewertung

  • 2 Punkte pro richtig zugeordneter Aussage, insgesamt: 12 Punkte

Strategie

1. Vorbereitung (3–4 Minuten)

Textabschnitte schnell überfliegen

📖🔍 Fragen analysieren

  • Lesen Sie alle Fragen und unterstreichen Sie Schlüsselbegriffe der Intention (z. B. „…Abschnitt, in dem die Autorin eine Empfehlung ausspricht?“).
  • Kategorisieren Sie die Fragen nach Intention und definieren Sie ein Merkmal per Intention

📖 Lesen Sie jeden Abschnitt und markieren Sie:

  • Schlüsselwörter (z. B. „Studien zeigen…“ → informativ; „leider ignoriert“ → kritisch).
  • Sprachliche Signale mit den Merkmalskategorien.

2. Sprachliche Signale identifizieren

AbsichtSprachliche Hinweise
InformierenFakten, Statistiken, Zitate, Konjunktiv I („Es wird festgestellt, dass…“).
KritisierenWertende Adjektive/Verben („problematisch“, „versagen“), Konjunktiv II („sollte“).
ÜberzeugenArgumente („Daher ist klar, dass…“), rhetorische Fragen.
ProvozierenÜbertreibungen („völlig absurd“), direkte Anrede („Sie glauben doch nicht…“).
UnterhaltenUmgangssprache, Witze, persönliche Anekdoten.

3. Zuordnung (5–6 Minuten)

Abschnitt für Abschnitt vorgehen

  1. Lesen Sie Abschnitt X vollständig.
  2. Prüfen Sie alle Fragen: Passt eine Frage zur Intention?
  3. Wiederholen Sie dies für alle Abschnitte.

Achtung:

  • Ein Abschnitt kann mehrmals vorkommen (z. B. 7A und 10A).
  • Nicht alle Abschnitte muss genutzt werden (manche bleiben übrig).

4. Kontrolle (2–3 Minuten)

Fehlende Zuordnungen?

  • Nochmal gezielt nach Schlüsselwörtern in den Fragen suchen.

Keine leeren Felder lassen!


Zusätzliche Autor:innen-Absichten und sprachlichen Signalen

FrageAbsichtSprachliche Hinweise
„Stellt der Autor Forderungen?“
„Äußert sich die Autorin kritisch?“
„Äußert sich die Autorin abfällig?“
Kritisieren/FordernImperative („Man muss…“), Konjunktiv II („sollte/müsste“), abwertende Begriffe („unverantwortlich“), direkte Aufforderungen.
„Polemisiert der Autor?“
„Formuliert die Autorin Warnungen?“
„Gibt die Autorin einen Rat?“
„Drückt sich der Autor polemisch aus?“
„Gibt der Autor eine Empfehlung?“
Provozieren/RatenÜbertreibungen („völlig absurd“), rhetorische Fragen, Warnverben („drohen“), Ratschläge („Empfohlen wird…“).
„Appelliert der Autor an seine Mitmenschen?“
„Gibt sich die Autorin leicht amüsiert?“
„Liefert die Autorin Definitionen?“
„Gibt der Autor eine fremde Einschätzung wieder?“
„Werden Beispiele genannt…?“
Informieren/UnterhaltenNeutrale Fakten („Laut Studie…“), Definitionen („Damit ist gemeint…“), Zitate Dritter („Experten betonen…“), humorvolle Formulierungen.
„Gibt der Autor Definitionen?“
„Relativiert die Autorin vorherige Aussagen?“
„Spricht die Autorin einen Wunsch aus?“
„Möchte der Autor zur Belustigung beitragen?“
„Werden die Vorteile junger Absolventen beschrieben?“
Relativieren/WünschenKonjunktiv („könnte“), kontrastierende Adverbien („allerdings“), Wunschformeln („Ich hoffe, dass…“), positive Beschreibungen („vorteilhaft“).
„Möchte der Autor warnen?“
„Spricht die Autorin Empfehlungen aus?“
„Stellt die Autorin verschiedene Standpunkte gegenüber?“
„Spricht der Autor eine Warnung aus?“
„Wird das Alter der Bachelorabsolventen problematisiert?“
Warnen/KontrastierenAlarmierende Formulierungen („Gefahr!“), Vergleichswörter („im Gegensatz zu“), kontroverse Standpunkte („Einerseits… andererseits“).
„Zieht die Autorin Vergleiche?“
„Wirft die Autorin Bedenken auf?“
„Stellt der Autor eine Prognose?“
„Wird die Anzahl der Absolventen verglichen?“
Vergleichen/ZweifelnVergleichspartikel („ähnlich wie“), unsichere Formulierungen („fraglich ist…“), Zukunftsszenarien („Es wird erwartet, dass…“).

Strategische Tipps

  1. Fokus auf Verben/Adjektive: Sie verraten die Absicht (z. B. „kritisieren“ → abwertende Wörter).
  2. Konjunktiv II = oft Forderungen/Wünsche („sollte“).
  3. Rhetorische Fragen → Polemik oder Appell.
  4. Zahlen/Vergleiche → informativ oder kontrastierend.

Quelle