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C1: Telc - Mündliche Prüfung Teil 2 Diskussion
Zitat eines Schriftstellers bzw.einer Schriftstellerin, Wissenschaftlers bzw. einer Wissenschaftlerin o. Ä. und standardisierte Fragen bzw. Punkte für die Diskussion
- Zeit: 6 Minuten
Beschreibung
- Der Prüfer bzw. die Prüferin legt ein Blatt mit einem Zitat auf den Tisch, das Sie diskutieren sollen.
- Wie verstehen Sie das Zitat?
- Sind Sie auch der Meinung?
- Haben Sie eine andere Ansicht?
- Nennen Sie Gründe für Ihre Ansicht oder Beispiele, die Ihre Meinung unterstützen.
- Nehmen Sie auch Stellung zu den Meinungen Ihres Gesprächspartners bzw. Ihrer Gesprächspartnerin.
[[c11-redemittel-beispiele-anführen]], [[c11-redemittel-argumente-anführen]], [[c11-redemittel-jemanden-überreden]], [[c11-redemittel-jemanden-überzeugen]], [[c11-redemittel-erstaunen-oder-überraschung-ausdrücken]], [[b22-redemittel-redemittel-argumente-gegenargumente-nennen]], [[b22-redemittel-redemittel-argumente-austauschen]]
Strategie
1. Vorbereitung (2 Minuten)
✍ Zitat analysieren:
- Schlüsselwörter markieren (z. B. „zerstört“, „zwischenmenschlich“).
- Mögliche Interpretationen notieren:
- Extrem? („immer schädlich“)
- Teilweise wahr? („kann negativ sein, aber nicht immer“)
📌 Argumente sammeln:
- Beispiele (eigene Erfahrungen, Studien).
- Gegenpositionen (z. B. „Aber Videoanrufe verbinden Familien über Kontinente hinweg“).
2. Diskussionsstrategie
🗣 Einstieg:
- Zitat paraphrasieren (z. B. „Das Statement suggeriert, dass digitale Kommunikation nur negativ ist. Ich sehe das differenzierter…“).
💡 Argumentationsaufbau:
- Zustimmung/Abweichung zeigen (z. B. „Einerseits stimme ich zu, dass…, andererseits…“).
- Beispiele einbringen (z. B. „In meinem Praktikum habe ich erlebt, dass…“).
- Fragen stellen, um den Partner einzubeziehen (z. B. „Wie siehst du das?“).
⚠ Kommunikationstipps:
- Höflich widersprechen: „Interessanter Punkt! Allerdings…“
- Auf den Partner eingehen: „Du hast gerade X gesagt – dazu fällt mir ein…“
- Lückenfüller vermeiden („äh“, „also“) → Pausen sind besser!
Checkliste für die Diskussion
| Phase | Was tun? |
|---|---|
| Zitatanalyse | Schlüsselwörter identifizieren + 2–3 Interpretationen vorbereiten. |
| Argumentation | Pro/Contra mit Beispielen (1 Studie, 1 Erfahrung). |
| Interaktion | Partner direkt ansprechen, auf Aussagen reagieren, Fragen stellen. |
| Sprache | Klare Sätze, gezielt komplexere Ausdrücke („Dieses Argument ist plausibel, jedoch…“). |
Mustervorlage für Beispiele
1. Einleitung / Kontext
- Zweck: Kurze Einführung in das Thema oder die Aussage, die diskutiert/analysiert wird. Beispiel:
„Die Revolution frisst ihre Kinder“ (Karl Marx) thematisiert die Selbstzerstörung revolutionärer Bewegungen durch interne Konflikte.
2. Interpretation
- Deutungsmöglichkeiten: Mehrere Perspektiven aufzeigen. Beispiel:
- Historisch: Französische Revolution – Robespierres Hinrichtung nach der Schreckensherrschaft .
- Modern: Führungspersonen in Protestbewegungen, die durch Radikalisierung marginalisiert werden.
3. Eigene Position
- Zustimmung/Ablehnung: Mit Begründung und Beispielen. Beispiel:
„Ich stimme teilweise zu, da Machtstrukturen oft korrumpieren (Beispiel: Stalinistische Säuberungen). Allerdings gibt es Gegenbeispiele wie die friedliche Revolution 1989.“
4. Diskussion mit Gegenargumenten
- Partnerargument:
„Revolutionen scheitern immer an Gewalt.“
- Erwiderung:
„Gewalt ist ein Faktor, aber nicht universell entscheidend. Entscheidend sind strukturelle Mechanismen zur Machtkontrolle.“
5. Fazit / Synthese
- Kernaussage: Abwägung der Argumente und Ausblick. Beispiel:
„Das Zitat warnt vor systemimmanenten Risiken, ist aber kein Naturgesetz. Entscheidend ist, wie mit Macht umgegangen wird.“
Anwendungsbeispiele
- Akademische Arbeit: Für die Diskussion von Forschungsergebnissen (Zusammenfassung → Interpretation → Limitationen → Empfehlungen) .
- Unterrichtsdiskussion: Analyse literarischer Zitate oder historischer Ereignisse (z. B. „War Macbeth ein Opfer oder Täter?“) .
- Debatten im Beruf: Strukturierte Argumentation für Projekte oder Strategien (z. B. „Vor- und Nachteile von KI-Tools in der Forschung“) .
Tipps:
- Nutze Belege (Studien, Zitate) für Interpretationen .
- Formuliere kritische Fragen (z. B. „Welche Faktoren wurden ignoriert?“) .
- Halte die Sprache sachlich und im Präsens für Analysen .
Diese Vorlage ist flexibel für Themen wie Politik, Literatur, Wissenschaft oder Alltagsdebatten anpassbar. Bei Bedarf kann sie um Abschnitte wie Methodenreflexion oder Ethik-Diskussion erweitert werden.
Bewertung
Die Prüfer/innen bewerten Ihre Leistung in Anlehnung an den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen (GER). Die Beurteilung der mündlichen Leistung erfolgt nach fünf Kriterien:
- Aufgabengerechtheit
- Flüssigkeit 5. Aussprache und Intonation
- Repertoire
- Grammatische Richtigkeit